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Pressemitteilung
Neue Plattform vereint Unternehmen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft, um zirkuläre Elektronikprodukte und Geschäftsmodelle zum neuen Normal zu machen.
Berlin, 29. Juni 2026 – Elektronische Geräte, aus denen sich kritische Rohstoffe zurückgewinnen lassen. Geschäftsmodelle, die Geräte und Materialien nach der Nutzung zuverlässig in den Kreislauf zurückführen. Was einzelne Pionierunternehmen heute bereits umsetzen, bekommt jetzt eine gemeinsame Bühne: Heute starten die Bertelsmann Stiftung, Cradle to Cradle NGO und die Röchling Stiftung die Cradle to Cradle Electronics Initiative (C2CEI). Sie führt Unternehmen, Wissenschaft und Zivilgesellschaft zusammen, um zirkuläre Elektronik aus der Nische in den Markt zu bringen und die Branche unabhängiger von kritischen Rohstoffen zu machen.
Zum Start wirken rund 15 Organisationen als Projekt- oder Förderpartner an der auf drei Jahre ausgelegten Initiative mit: Die Unternehmen Boston Consulting Group, Interzero, Liebherr, MediaMarktSaturn Gruppe, Repartly, Shift, Sym sowie WIK Group, zudem die Free Software Foundation Europe, der C2C-Zertifizierer Cradle to Cradle Products Innovation Institute, die im Auftrag der Bundesregierung arbeitende Organisation Engagement Global sowie die Technische Universität Berlin und die University of Twente.
Unter dem Dach der Initiative führen die Partnerorganisationen eigenverantwortlich Projekte durch, die auf das Ziel der Initiative einzahlen. Das Netzwerk soll weiter wachsen und ist offen für neue Mitwirkende – ob mit einem neuen Vorhaben oder einem bereits laufenden Projekt, das inhaltlich anschließt.
Nora Sophie Griefahn und Tim Janßen, Geschäftsführende Vorstände Cradle to Cradle NGO: „In unseren Geräten stecken jede Menge wertvolle Metalle, Kunststoffe und seltene Erden. Gerade bei Ressourcen, die für Hightech unverzichtbar sind, holen wir teilweise weniger als ein Prozent zurück in den Kreislauf – obwohl sie knapp und politisch umkämpft sind. Das ist Verschwendung und zeigt gleichzeitig, wie viel hier noch möglich ist. Einzelne Unternehmen machen längst vor, dass es anders geht: Sie denken ihre Geräte von Anfang an so, dass sich das Material später wieder nutzen lässt. Diese Beispiele wollen wir mit der Initiative vom Einzelfall zum Normalfall machen, genauso wie die Nutzung gesunder Materialien."
Dr. Daniel Schraad-Tischler, Director Nachhaltige Soziale Marktwirtschaft, Bertelsmann Stiftung: „Unser Ziel ist es, Circular Economy nicht als Nischenthema zu behandeln, sondern als Baustein einer zukunftsfähigen, resilienten und wettbewerbsfähigen Wirtschaft. Genau deshalb beteiligt sich die Bertelsmann Stiftung an der Cradle to Cradle Electronics Initiative. Wir sehen hier die Möglichkeit, am Beispiel der Elektronikbranche erfolgreiche Transformationspfade hin zu resilienterem Wirtschaften zu identifizieren und daraus übertragbare Handlungsempfehlungen für andere Branchen zu erarbeiten.“
Bernd Bäzner, Mitglied im Kuratorium der Röchling Stiftung: „Der zirkuläre Wandel ist längst mehr als eine ökologische Notwendigkeit. Er bildet die Voraussetzung für zukunftsfähige Geschäftsmodelle, Innovation und belastbare Lieferketten. Zugleich ist der Weg zum zirkulären Leben und Arbeiten eine Frage der globalen Gerechtigkeit und ein wichtiger Hebel zur Bekämpfung des Klimawandels. Die Röchling Stiftung unterstützt zivilgesellschaftliche Initiativen und wissenschaftliche Forschung mit einem besonderen Interesse für die Vermeidung von Kunststoffabfall. Die Cradle to Cradle Electronics Initiative ist mehr als ein Projekt. Sie ist eine Kooperationsplattform. Sie bietet die Chance, Lösungen schnell zu skalieren und zu verbreiten.“
Zirkularität senkt Kosten und Abhängigkeiten
Kritische Rohstoffe sind knapp, ihre Lieferketten politisch verwundbar. Genau hier setzt Cradle to Cradle beim Produktdesign an: kreislauffähige und geeignete Materialien; Komponenten, die sich wiederverwenden lassen; Geräte, aus denen kritische Rohstoffe nach der Nutzung wiedergewonnen werden können. Das senkt Kosten, Risiken sowie Abhängigkeiten in der Lieferkette und stärkt die Resilienz des Wirtschaftsstandorts. Wie groß der Hebel ist, zeigt eine Berechnung für die deutsche Industrie: Durch konsequente Kreislaufführung ließe sich die Importabhängigkeit bei Seltenen Erden um bis zu 20 Prozent senken (BDI/BCG). Zugleich verbindet der Ansatz zirkuläres Design mit Geschäftsmodellen, die Geräte und Materialien niederschwellig in den Kreislauf zurückführen.
Projekte zum Start der Initiative
Die Boston Consulting Group untersucht in einer Studie die ökonomischen Potenziale und strategischen Notwendigkeiten von Zirkularitäts- und Cradle to Cradle-Ansätzen in der europäischen Elektronikindustrie. Veröffentlichung zur Elektronikmesse IFA, 4. bis 8. September 2026.
Shift (bekannt für das kreislauffähige Shiftphone) entwickelt USB-C-Lade- und Datenkabel nach den Prinzipien von Cradle to Cradle.
Engagement Global entwickelt mit Expert*innen aus dem Globalen Süden Bildungsformate zu Rohstoffgerechtigkeit und globalen Lieferketten. Erste Ergebnisse zeigt das Projekt auf der IFA 2026 und auf dem 10. Internationalen Cradle to Cradle Congress am 17. und 18. September 2026 in Berlin.
Die Free Software Foundation Europe prüft einen als „Open Source Hardware“ vermarkteten Lautsprecher der verdeutlicht, wie sich Free Software und Free Hardware (auch bekannt als Open Source) und Cradle to Cradle ergänzen.
Drei Ziele
Die Initiative bringt C2C-Prinzipien in den operativen Alltag von Entwicklung, Beschaffung und Design. Sie leitet aus den von den Partnern durchgeführten Projekten konkrete Empfehlungen für die Politik ab, damit künftige Gesetze und Rechtsakte regulatorische Hürden abbauen statt aufzubauen. Sie macht sichtbar, was heute schon möglich ist und ermutigt auch über die Elektronikindustrie hinaus zum Handeln.
Hintergrund
Auf der Website der C2C Electronics Initiative finden Sie eine vollständige Projektübersicht sowie Stimmen der Partner. Weitere Informationen zur Initiative in der Projektnachricht der Bertelsmann Stiftung und bei der Röchling Stiftung.
Die Cradle to Cradle Electronics Initiative wird auf der Elektronikmesse IFA vom 4. bis 8. September 2026 in Berlin vertreten sein sowie beim 10. Internationalen Cradle to Cradle Congress am 17. und 18. September 2026 in Berlin.
Pressekontakt
Isabel Gomez (Leitung Kommunikation C2C NGO)
presse@c2c-electronics.org
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